Sagen

Der Schatz von Blankensee

Nicht weit von Blankensee entfernt liegt der Kapellenberg.
In Ihm soll ein Schatz vergraben sein Einst wollte ihn ein Herr von Thümen, der auf dem Herrenhofe von Blankensee wohnte, ausgraben lassen. Er kam mitten in der Nacht von Berlin geritten, ließ seine Bauern und Tagelöhner wecken und trieb sie in langer Reihe den Berg hinauf. Er ließ sie unter dem alten Bocksdornenstrauch bohren und graben. Denn unter dem Bocksdornenstrauch sollte der Schatz liegen. Aber soviel Leute auch gruben, der Schatz kam nicht. Der tolle Herr von Thümen fluchte; aber er musste das Graben schließlich aufgeben. Auch seinem Ahnherrn war es hundert Jahre früher schon so ergangen, obwohl er nahe am schatz gewesen sein soll.

Das ging so zu: Die Leute dieses alten Herren von Thümen hatten schon den dritten Tag gegraben. Da kamen sie an eine eiserne Tür mit einem Schlüsselloch. durch das Schlüsselloch konnten sie in einen Keller gucken. Darin sahen sie in eine mit Geld gefüllte Braupfanne. Auf dem Geld aber saß der Teufel. Da bekamen die Leute Angst und wollten nicht mehr weitergraben. Alles Zureden half nichts. Der alte Thümen hat aber trotzdem nicht ablassen wollen und hat dem Bösen geschrieben, er solle ihm den Schatz rausgeben. Erst hat sich keiner gefunden, der dem Teufel den Brief brachte.

Dann ist doch einer gegangen, der Ebel hieß. Der hat des Nachts viele Briefe vom alten Thümen auf den Kapellenberg getragen. Und immer wenn er an die recht stelle kam, wo er den Brief hinlegen musste, hat schon ein Brief vom Bösen dagelegen und ein Münzgroschen dabei als Botenlohn. So haben sie sich geschrieben, hin und her, der Böse und der alte Thümen und immer um die zwölfte Stunde war Ebel auf dem Kapellenberg.

Zuletzt schrieb der Böse: „Der Herr von Thümen soll wahr und wahrhaftig alles haben. Aber den Briefträger muss er mir geben um den Arm vom See, der ´Lanke´ heißt auch.“                                                                                               Das hat aber der alte Thümen nicht gewollt. Denn ein Menschenleben wollte er dem Teufel nicht geben, dass wahr ihm der Schatz nicht wehrt. Und wenn der Böse erst den Seearm noch gehabt hätte, so wäre nachher noch mancher Kahn untergegangen oder im Winter auf dem Eis verunglückt, weil der Böse dann da seine Macht gehabt hätte. So hat denn der alte Thümen für den Preis die Braupfanne mit dem Geld nicht haben wollen und hat das Loch wieder zuschütten lassen.   An der Stelle aber, wo der Schatz liegen soll, sollen nachts öfter kleine Flämmchen tanzen. Trotzdem ist es bis heute noch keinem gelungen, den Schatz zu heben.